Gruppen- und Zugführer
Gruppen- und Zugführer 03/2010

Gruppenführer (Feuerwehr)

Der Gruppenführer in der Feuerwehr befehligt die taktische Einheit „Gruppe“, bestehend aus Maschinist, Melder, Angriffstrupp-führer und -mann, Wassertrupp-führer und -mann sowie Schlauchtrupp-führer und -mann.

Der Gruppenführer

  • erkundet die Lage
  • bestimmt die Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe
  • gibt den Einsatzbefehl – (Wasserentnahmestelle, Lage des Verteilers) Einheit, Auftrag, Mittel, Ziel und Weg
  • ist während des Einsatzes an keinen festen Platz gebunden
  • hat die Fürsorgepflicht für seine Gruppe
  • kann Einsätze mit Personal bis zur Stärke einer Gruppe selbständig leiten

Gruppenführer sind bei der Berufsfeuerwehr Beamte des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes (Hauptbrandmeister). Bei der Freiwilligen Feuerwehr ist der erreichbare Dienstgrad vom Bundesland abhängig, in Hessen beispielsweise Oberlöschmeister.

Einsatzkräfte mit der Qualifikation zum Gruppenführer erkennt man im Einsatz an einem roten Balken auf jeder Helmseite bzw. in einigen Bundesländern an einem 10 mm schmalen, umlaufenden schwarzen Band am Helm. Diese Kennzeichnung signalisiert ausschließlich die Befähigung zum ausüben der Funktion "Gruppenführer". Es können daher in einer Gruppe durchaus mehrere Einsatzkräfte mit dieser Kennzeichnung vorhanden sein. Pro Einheit kann jedoch immer nur eine Person die tatsächliche Führungsfunktion des Gruppenführers übernehmen. Evtl. weitere vorhandene Einsatzkräfte mit Gruppenführerqualifikation übernehmen dann normale Mannschaftsaufgaben. Der tatsächliche Einheitsführer wird daher zunehmend zusätzlich mit einer Kennzeichnungsweste (meist blau, rot oder gelb) kenntlich gemacht.

Der Gruppenführer ist die rechte Hand des Zugführers, sein Stellvertreter bei Abwesenheit und für die Ausbildung in der Feuerwehr verantwortlich. Der stellvertretende Gruppenführer ist die Vertretung der Gruppenführer in der Leitung einer Wehr.

 

Zugführer (Feuerwehr)

Taktisches Zeichen Zugführer Feuerwehr nach DV 102
Übliche Helmkennzeichnung
Westenkennzeichnung (nach Empfehlung des DFV)
 

Zeichen ZeichenZeichen

Der Zugführer (Abk.: ZFü) ist bei den deutschen Feuerwehren der Führer eines kompletten Feuerwehrzuges (mind. 2 Löschgruppen + Gerät). Man unterscheidet zwischen Löschzug, Rüstzug und Gefahrstoffzug. Sofern die eingesetzten Kräfte die Stärke eines Zuges nicht überschreiten oder nicht eine übergeordnete Führungskraft die Leitung übernimmt, kann ein Zugführer Einsatzleiter sein. Bei Einsätzen, die mehr als einen Zug erfordern (Großschadenslagen), übernimmt ein Verbandsführer das Kommando. In solchen Fällen werden Zugführer oft als Abschnittsleiter eingesetzt. In Österreich wird eine ähnliche Funktion als Zugskommandant bezeichnet.

Ausbildung und Aufgaben des Zugführers sind in den Feuerwehr-Dienstvorschriften geregelt.

Einsatzkräfte mit der Qualifikation zum Zugführer erkennt man im Einsatz an zwei roten Balken auf jeder Helmseite bzw. in manchen Bundesländern an einem 20 mm dicken umlaufenden schwarzen Gummiband oberhalb des Reflexbandes. Diese Kennzeichnung signalisiert ausschließlich die Befähigung zum ausüben der Funktion "Zugführer". Es können daher in einem Zug durchaus mehrere Einsatzkräfte mit dieser Kennzeichnung vorhanden sein. Pro Zug kann jedoch immer nur eine Person die tatsächliche Position des Zugführers übernehmen. Evtl. weitere vorhandene Einsatzkräfte mit Zugführerqualifikation übernehmen dann Gruppenführer- oder seltener auch normale Mannschaftsaufgaben. Der tatsächliche Einheitsführer wird daher zunehmend zusätzlich mit einer Kennzeichnungsweste (häufig rot, als Abschnitts- oder Einsatzleiter auch weiß oder gelb) kenntlich gemacht.

Qualifikations- und Funktionskennzeichnungen sind in Deutschland auf Landes-, Kreis-, oder Gemeindeebene geregelt, eine bundeseinheitliche Vorschrift existiert nicht.

Des weiteren organisiert der Zugführer die Ausbildung der Kameraden der Feuerwehr und stimmt mit seinen Gruppenführern die Durchführung ab. Er erstellt Jahresdienst- und Ausbildungspläne, stimmt sich mit der Wehrleitung ab, und spricht Probleme innerhalb der Feuerwehr bei der Wehrführung an.

Quelle: Wikipedia / Heiko Seefeldt / Thomas Schiek